Deutscher Gewerkschaftsbund

05.03.2019

Gute Arbeit in Berlin

Ergebnisse einer Beschäftigtenbefragung im Rahmen des 'DGB-Index Gute Arbeit' 2018

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DGB-Index Gute Arbeit

Wie beurteilen die Berlinerinnen und Berliner ihre Arbeitsbedingungen? Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hatte im Rahmen der repräsentativen Beschäftigtenbefragung zum DGB-Index Gute Arbeit 2018 eine Aufstockung der Stichprobe für Berlin beauftragt. Eintausend abhängig Beschäftigte aus allen Branchen wurden zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. Anfang 2019 wurden die Ergebnisse präsentiert.

Die Daten zeigen eine hohe psychische Belastung unter den abhängig Beschäftigten in Berlin: Mehr als die Hälfte der Befragten berichtet, dass sie sich bei der Arbeit (sehr) häufig gehetzt fühlt. Arbeiten unter Zeitdruck und ein zu hohes Arbeitspensum führen bei vielen Befragten dazu, dass sie Abstriche bei der Qualität der Arbeitsausführung machen.

Der hohe Arbeitsdruck hängt auch damit zusammen, dass die meisten Beschäftigten bei ihrer Arbeit über wenig Gestaltungsmöglichkeiten verfügen. Zwei Drittel der Befragten haben gar keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die zu bewältigende Arbeitsmenge. Etwas häufiger berichten die Beschäftigten dagegen von Einflussmöglichkeiten auf die Gestaltung der Arbeitszeit. Dennoch sind atypische Arbeitszeiten (abends, nachts und am Wochenende) in Berlin stärker verbreitet als im Bundesdurchschnitt.

Die Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit zeigt auch, dass die Beschäftigten in Berlin die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen überwiegend positiv bewerten. Kritischer sehen sie dagegen die Arbeit der Führungskräfte, von denen häufig mehr Wertschätzung für die geleistet Arbeit erwartet wird.

Die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes wird überwiegend positiv eingeschätzt. Anders sieht es hingegen bei der Bewertung des Einkommens aus: Über 40 Prozent der Beschäftigten geben an, dass ihr Einkommen zum Leben gerade so oder gar nicht ausreicht. Dementsprechend pessimistisch sind die Erwartungen an die spätere Rente: Fast die Hälfte der Beschäftigten in Berlin geht davon aus, dass die gesetzliche Rente zum Leben nicht ausreichen wird. 

Der Ergebnisbericht der Senatsverwaltung liefert zahlreiche weitere Befunde, u.a. zu den Gründen für atypische Arbeitszeiten oder zur Verbreitung von Interaktionsarbeit (Arbeit mit Menschen). Damit liegt erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme zu den Arbeitsbedingungen abhängig Beschäftigter in Berlin vor.


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Be­fra­gun­gen in den Bun­des­län­dern
DGB-Index Gute Arbeit
Mit dem DGB-Index Gute Arbeit lassen sich die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch auf Ebene der Bundesländer analysieren. Voraussetzung ist eine repräsentative Stichprobe, die durch zusätzliche Befragungen im jeweiligen Bundesland erzeugt wird. Die Länderbefragungen umfassen sowohl die Standardfragen zur Arbeitsqualität, als auch landesspezifische Sonderfragen. Die Möglichkeit an einer Aufstockung teilzunehmen besteht jedes Jahr. Bei Interesse wenden sie sich bitte an das Institut DGB-Index Gute Arbeit.
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