Deutscher Gewerkschaftsbund

12.10.2020

Report 2020: Mehr als Homeoffice - Mobile Arbeit in Deutschland

Cover Report 2020

DGB-Index Gute Arbeit

Mobile Arbeit ist mehr als Homeoffice. Weit verbreitet ist auch die Arbeit bei Kundinnen und Kunden, auf Dienst- und Geschäftsreisen oder an wechselnden Unternehmensstandorten. Bereits vor der Corona-Pandemie wurde der Themenschwerpunkt für die Erhebung mit dem DGB-Index Gute Arbeit im Jahr 2020 auf Mobile Arbeit gelegt. Im Report 2020 werden die Verbreitung der verschiedenen mobilen Arbeitsformen sowie die vorherrschenden Arbeitsbedingungen von Beschäftigten mit mobiler Arbeit in den Mittelpunkt gestellt. Datenbasis ist die Repräsentativerhebung des DGB-Index Gute Arbeit, an der sich knapp 6.300 abhängig Beschäftigte beteiligt haben.

Die Auswertung der Arbeitsqualität von Beschäftigten mit mobiler Arbeit zeigt - über alle Unterschiede bei den verschiedenen Formen hinweg - ein ambivalentes Ergebnis: Einerseits verfügen Beschäftigte, die mobil arbeiten, über größere Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Ausführung ihrer Arbeit. Andererseits weisen sie höhere Belastungen u. a. durch erweiterte Erreichbarkeit, überlange Arbeitszeiten und verkürzte Ruhezeiten auf.

Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Homeoffice erhält diese Form mobiler Arbeit besondere Aufmerksamkeit: Die Arbeit von zu Hause aus ist häufig durch den Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit motiviert. Allerdings gibt ein Viertel der Beschäftigten, die von zu Hause aus arbeiten, an, dass die erbrachte Arbeit gar nicht oder nur teilweise als Arbeitszeit angerechnet wird.

Zwei Drittel der Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, möchten dies auch gar nicht. Neben der Begründung, dass die Tätigkeit nicht für die Arbeit im Homeoffice geeignet ist, sind hier v.a. der Wunsch nach Trennung von Arbeit und Privatleben sowie nach persönlichen Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen ausschlaggebend.

Die Befunde im Report 2020 zeigen, dass mobile Arbeit in der Tendenz mit einer größeren Autonomie der Beschäftigten, aber gleichzeitig auch mit stärkeren Belastungen durch die Arbeitszeiten einhergehen. Eine mögliche Ursache für diesen Widerspruch liegt in der überdurchschnittlich hohen Arbeitsintensität mobiler Beschäftigter.

Der DGB-Index Gute Arbeit Report 2020 kann hier heruntergeladen oder als gedrucktes Exemplar im DGB-Bestellsystem angefordert werden.

Alle Abbildungen werden als Einzelgrafiken hier zur Verfügung gestellt.

 


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Das Institut

Das Gebäude des DGB-Bundesvorstands in Berlin
DGB
Das Institut DGB-Index Gute Arbeit arbeitet unter dem Dach des DGB-Bundesvorstands. Es führt die bundesweiten Repräsentativerhebung zum Index durch und entwickelt sie weiter. Außerdem übernimmt das Institut die Koordination der am Projekt beteiligten Partner sowie die Kommunikation der Index-Ergebnisse.
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