Deutscher Gewerkschaftsbund

19.02.2018

Zwei Drittel gehen krank zur Arbeit

Bei der Befragung zum DGB-Index Gute Arbeit 2017 wurden mehr als 4.800 abhängig Beschäftigte gefragt "An wie vielen Tagen ist es bei Ihnen in den letzten 12 Monaten vorgekommen, dass Sie gearbeitet haben, obwohl Sie sich richtig krank gefühlt haben?". Die Ergebnisse zeigen, dass Präsentismus - so wird Arbeiten trotz Krankheit auch genannt - in Deutschland weit verbreitet ist. Insgesamt gaben 67 Prozent der Befragten an, dass sie im vorangegangenen Jahr auch zur Arbeit gegangen sind, "obwohl sie sich richtig krank gefühlt haben". Lediglich ein Drittel hat dies nicht getan.

Bei jedem Fünften betrug die Dauer des Präsentismus in den vergangenen 12 Monaten weniger als eine Woche. Besonders bedenklich ist der hohe Anteil der Beschäftigten, der offensichtlich häufiger trotz Krankheit arbeitet. Fast die Hälfte (46 Prozent) geht länger als eine Woche krank zur Arbeit. Bei 13 Prozent ist dies an drei Wochen und länger der Fall.

 

DGB-Index Gute Arbeit 2017

DGB-Index Gute Arbeit

Frühere Auswertungen der Daten des DGB-Index Gute Arbeit haben gezeigt, dass Beschäftigte besonders häufig krank zur Arbeit gehen, wenn sie eine hohe Arbeitsbelastung aufweisen. Auch die Sorge um den Arbeitsplatz geht mit erhöhtem Präsentismus einher. Dagegen gehen Beschäftigte deutlich seltener krank zur Arbeit, wenn die Arbeitsintensität geringer ist und in ihrem Betrieb ein gutes Betriebsklima herrscht.


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Untersuchung aus einer gleichstellungspolitischen Perspektive
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Die Arbeitssituation von Beschäftigten, bei denen die Arbeit mit Menschen zum beruflichen Alltag gehört, ist durch hohe psychische und physische Anforderungen geprägt. In der Sonderauswertung der Daten des DGB-Index Gute Arbeit 2018 wird Interaktionsarbeit aus einer gleichstellungspolitischen Perspektive betrachtet.
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Gu­te Ar­beit in Ber­lin
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Im Jahr 2018 wurde zum ersten Mal eine repräsentative Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit für Berlin durchgeführt. Im Auftrag der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales wurden etwa Tausend abhängig Beschäftigte nach der Qualtität ihrer Arbeitsbedingungen befragt. Die Ergebnisse wurden Anfang 2019 vorgestellt.
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Zwei Drit­tel ge­hen krank zur Ar­beit
DGB-Index Gute Arbeit
Zwei Drittel aller Beschäftigten gehen auch dann zur Arbeit, wenn sie sich richtig krank fühlen. Fast die Hälfte aller Befragten gehen pro Jahr eine Woche und mehr trotz Krankheit zur Arbeit.
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Ar­beits­be­din­gun­gen von So­zi­al­ar­bei­te­rin­nen und So­zi­al­ar­bei­tern
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Jede/r vierte Sozialarbeiter_in würde den Arbeitgeber wechseln, wenn sie oder er die Möglichkeit hätte. In ihrer Analyse der Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit, konzentrieren sich die Autorinnen auf die drei Felder Anstellungsverhältnis, Arbeitsbelastungen sowie organisationale Rahmenbedingungen. Der Vergleich zeigt sowohl Parallelen als auch Unterschiede zu Beschäftigungsgruppen in anderen sozialen Berufen.
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Der Index im Betrieb

Der In­dex im Be­trieb
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Der DGB-Index Gute Arbeit liefert auch auf der betrieblichen Ebene Kennzahlen zur Qualität der Arbeitsbedingungen. Grundlage sind Mitarbeiterbefragungen in Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Verwaltungen. Die Ergebnisse einer betrieblichen Befragung mit dem DGB-Index liefern Erkenntnisse über Stärken und Schwächen der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen.
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