Deutscher Gewerkschaftsbund

Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit

Gedämpfte Erwartung an die Rente

Wie die Beschäftigten ihre spätere gesetzliche Rente einschätzen

Titelseite

DGB-Index Gute Arbeit

Die Ergebnisse der Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit zum Thema Erwartungen an die gesetzliche Rente beruhen auf der repräsentativen Befragung von mehr als 4.200 abhängig Beschäftigten (ohne Beamte) aus dem Jahr 2017. 

Die Befragten zeigen sich mit Blick auf ihre spätere gesetzliche Rente überwiegend pessimistisch: Mehr als 80 Prozent gehen davon aus, dass ihre Rente gar nicht oder gerade so ausreichen wird.

Die Daten zeigen starke Zusammenhänge einer negativen Einschätzung der späteren gesetzlichen Rente mit dem Geschlecht, mit Teilzeitarbeit und niedriger Entlohnung. So gehen unter den weiblichen Beschäftigten über die Hälfte (52 Prozent) davon aus, dass die gesetzlichen Rentenansprüche nicht ausreichen werden. Bei den männlichen Beschäftigten sind es 39 Prozent.

Es ist wenig überraschend, dass mit steigendem Einkommen die Rentenerwartung positiver ausfällt. Aber das auch bei Einkommen zwischen 3.000 und 4.000 Euro jede/r dritte Beschäftigte davon ausgeht, dass es nicht ausreichen wird, zeigt das hohe Maß an Verunsicherung. Der Einfluss von Teilzeitarbeit wird in diesem Zusammenhang deutlich, fällt aber geringer aus als zu erwarten wäre: Auch unter den Vollzeitbeschäftigten gehen 40 Prozent der Beschäftigten von einer unzureichenden Rentenerwartung aus. Unter den Teilzeitbeschäftigten sind es 57 Prozent.

Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse eine besondere Problematik hinsichtlich der betrieblichen Altersvorsorge. Diejenigen, die am stärksten darauf angewiesen wären, sind aufgrund fehlender Möglichkeiten deutlich seltener in der Lage eine betriebliche Altersvorsorge aufzubauen. Je geringer das Einkommen, desto spärlicher sind die Angebote.

Die Sonderauswertung macht deutlich, dass das gesellschaftliche Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung brüchig geworden ist.  Ohne eine Stabilisierung und Anhebung des Rentenniveaus wird die Akzeptanz des gesetzlichen Alterssicherungssystems voraussichtlich weiter schwinden.


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