Deutscher Gewerkschaftsbund

Gute Arbeit in den Bundesländern? Erste Ergebnisse der Länderbefragungen

 

Im Rahmen der Erhebung zum DGB-Index Gute Arbeit 2016 wurde in verschiedenen Bundesländern eine Aufstockung der Stichprobe in Auftrag gegeben, um länderspezifische Auswertungen zur Qualität der Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.

Die Länderbefragungen umfassen sowohl die Standardfragen zur Arbeitsqualität, als auch die Zusatzfragen zum Thema Digitalisierung der Arbeitswelt und z.T. auch landesspezifische Sonderfragen.

Für Baden-Württemberg, Niedersachsen, das Saarland und Thüringen liegen erste Befunde vor. Wir stellen die Veröffentlichungen als Download zur Verfügung.

 

"Digitalisierung und Arbeitsqualität in Baden-Württemberg"

Die Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit in Baden-Württemberg im Jahr 2016 fand im Rahmen des "Zukunftsprojekt Arbeitswelt 4.0" statt, das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau gefördert wird. Eine erste Auswertung der Daten durch die Universität Hohenheim befasst sich mit der Verbreitung der Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen. Die Befunde zeigen für Baden-Württemberg eine etwas stärkere Nutzung digitaler Technik als im Bundesdurchschnitt: 66 Prozent der Beschäftigten sehen sich in (sehr) hohem Maß betroffen. Die Auswirkungen der Digitalisierung werden von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern durchaus kritisch bewertet. Häufig werden fehlende Einflussmöglichkeiten bei der Gestaltung der Digitalisierung und eine zunehmehnde Arbeitsbelastung genannt.

 

 

"'Gute Arbeit' in Niedersachsen 2016"

Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hat für das Jahr 2016 zum ersten Mal eine Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit für Niedersachsen in Auftrag gegeben. Der Auswertungsbericht bietet einen Gesamtüberblick über die Qualität der Arbeitsbedingungen aus Sicht der Beschäftigten und eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse zur Digitalisierung der Arbeit. Die Sinnhaftigkeit der Arbeit, die Arbeitsplatzsicherheit und die Lage der Arbeitszeiten erfahren in Niedersachsen eine überwiegend positive Bewertung. Die hohe Arbeitsintensität wird von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dagegen als kritisches Merkmal benannt. Auch die Digitalisierung schafft hier offenbar keine Abhilfe, sondern wird häufig als Ursache für eine steigende Arbeitsbelastung gesehen.

 

 

"Index Gute Arbeit Saar 2016"

Im Auftrag der Arbeitskammer des Saarlandes wurde der DGB-Index Gute Arbeit im Jahr 2016 erstmals mit einer repräsentativen Stichprobe für das Bundesland erhoben. Ein erster Überblick über die Ergebnisse zeigt einen hohen Abwanderungsdruck, dem sich viele Beschäftigte im Saarland ausgesetzt sehen. Bei den jüngeren Beschäftigten unter 26 Jahren führt mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) Gründe für einen Wechsel des Bundeslandes an. Die Autoren sehen in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen eine wichtige Bedingung, den Abwanderungsdruck zu verringern. Auf Basis der Befragungsergebnisse wird der größte Handlungsbedarf hinsichtlich der Einkommen, der Qualifikation, dem Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie der hohen Arbeitsintensität gesehen.

 

 

"Arbeiten in Thüringen 2016"

In Thüringen wurde im Auftrag des Thüringer Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Frauen und Familie (TMAGFF) im Jahr 2016 bereits zum dritten Mal eine Befragung mit dem DGB-Index Gute Arbeit durchgeführt. Im Vergleich mit den Ergebnissen der Jahre 2011 und 2013 zeigen sich einige Veränderungen. So wird die Arbeitsmarktsituation von den Beschäftigten positiver bewertet. Unter anderem ist die Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren, deutlich zurückgegangen. Problematisch sehen die Befragten die Bereiche Arbeitszeit, Arbeitsbelastung sowie Einkommen. Neben den allgemeinen Ergebnissen werden in der Analyse des Ministeriums verschiedene Themenschwerpunkte genauer betrachtet. Dazu gehören Schichtarbeit, Arbeitsplatzwechselbereitschaft, Gewerkschaftsmitgliedschaft und die Digitalisierung.


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